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Kampagnen-Update #12: Noch ist nicht Schluss

Themen: Winfried Petzold`s Tod hat leider noch nicht zum Ende der O8 geführt / Nazis feiern am 18.2. Fasching in der Odermannstraße / MitstreiterInnen der Kampagne unterstützten AntifaschistInnen in Greifswald / Gamma berichtet über neuste Naziaktivitäten in Leipzig / In der O8 gehts munter weiter.

Winfried Petzolds Tod hat leider noch nicht zum Ende der O8 geführt

Am 23.12.2011 berichtete Gamma (http://gamma.noblogs.org/archives/771), dass der NPD-Landtagsabgeordnete Winfried Petzold verstorben sei. Wir berichteten bereits über seine Erkrankung (www.fenceoff.org/?p=1345). Die Odermannstraße 8 war bekanntermaßen sein Abgeordnetenbüro. So entstand die Vermutung, dass mit seinem verscheiden auch ein wichtiger Teil der Finanzierung des Geländes wegfallen würden und die Kosten nicht mehr zu tragen seien. Zumal Mario Löffler (Jahnsdorf/Mittelsachsen) als designierter Nachfolger Petzolds in Landtag einziehen wird und das “Büro” in Leipzig für Löffler keine Bedeutung hat. Hinzu kommt, dass einige Nazis keinen Zutritt mehr in der O8 erhalten und sich im Leipziger Osten einen neuen Treffpunkt gesucht haben, also die Zahl der NutzerInnen des Objekts im vergangenen Jahr zurückgegangen ist.

Auf dem NPD-Landesparteitag in Ostritz im Januar war die O8 auch nochmal Thema. Der aktuelle Besitzer ist der Sohn des verstorbenen Winfried Petzolds und dieser würde das Objekt auch weiterhin an die NPD vermieten.
Letztendlich gab es aber keinen Beschluss dazu. Möglicherweise könnten die NPD Abgeordneten Gansel oder Delle das Objekt als ihr “Bürgerbüro” nutzen. Das Geld dafür scheint aber gerade garnicht vorhanden zu sein.

MitstreiterInnen der Kampagne unterstützten AntifaschistInnen in Greifswald

AntifaschistInnen aus Leipzig haben sich im Dezember dafür entschlossen dem hohen Norden einen Besuch abzustatten. So beteiligten sich die LeipzigerInnen neben 900 anderen AntifaschistInnen am 10.12.2011 an der Demonstration “Zieht euch Warm an” in Greifswald. Impressionen und Berichte findet ihr hier:
Defiant (https://defiantantifa.wordpress.com)

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Kein Bock auf Nazis! Festival in Leipzig

Am 14.April wird im Anker das “Kein Bock auf Nazis!” Festival zu Gast sein.

Mit dabei sind ZSK aus Berlin, Fahnenflucht, Atlas Losing Grip (Schweden), Benzin, Radio Havanna und The Gogets.
Gemeinsam wollen die Bands ein deutliches Statement gegen Neonazis und Rassismus setzen.

Weitere Infos findet ihr auf keinbockaufnazis.de

Solidarität: Aufruf der Roten Hilfe Leipzig

Wir dokumentieren und unterstützen an dieser Stelle den Aufruf der Roten Hilfe Leipzig, lasst die GenossInnen mit den Repressalien nicht alleine. Wir als Kampagne werden ebenfalls Kohle für unsere GenossInnen sammeln. Betroffen sind wenige, gemeint sind wir alle!

Die bundesweite antifaschistische Demonstration „Kein Tag länger dem Nationalen Zentrum“ am 24.9.2011 bleibt aufgrund ihres selbstbewussten Auftretens und ihrer Größe als Erfolg. Der 24. September war ein gelungener Tag für einen entschlossenen Antifaschismus. Doch gerade deswegen ist es nötig, die Einzelnen, die nun genau für diesen Erfolg unter den Repressalien zu leiden haben, nicht zu vergessen. Angemessen wäre, so solidarisch wie auf der Demonstration auch danach als Bewegung zu handeln. Ein Aufruf der Roten Hilfe Leipzig.

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Von Leipzig nach Dessau

Leipziger AntifaschistInnen haben am 25.2. die Möglichkeit von Leipzig mit dem Bus zur Demonstration “Den rassistischen Konsens brechen, Dessauer Verhältnisse angreifen!” zu fahren. Karten gibt es im El Libro (Bornaische Str. 3d), Lazy Dog und Vleischerei (Zschochersche Straße 23).

Der Aufruf aus Dessau: hier

Ein weiterer Aufruf der Antifaschistischen Aktion Burg: hier

“Volkstodkondom” der Kampagne Fence off

Seit Anfang des Jahres verteilt die Kampagne ihre offiziellen “Volkstodkondome”, wenn ihr welche haben wollt, schreibt uns doch einfach. Hier der Flyertext dazu:

Keine Kinder für die Nation:

Gegen das rechte Gerede vom „Volkstod“!

Mit dem skurrilen Schlagwort „Volkstod“ versuchen Nazis seit einigen Jahren, ernsthafte Politik zu machen: Zu dem Thema gab es rechte Aufmärsche, sächsische Kameradschaften betreiben eine „Volkstod stoppen“-Kampagne und selbst die NPD will mit dieser Wortneuschöpfung Wahlkämpfe bestreiten. „Volkstod“ soll bedeuten, dass „die Deutschen“ zuerst „Minderheit im eigenen Land“ werden und schließlich „aussterben“. Ob es in 30 oder in 300 Jahren so weit sein wird, ist in rechten Kreisen sehr umstritten.

Fakt ist zwar, dass die Bevölkerungszahl in der Bundesrepublik schrumpft – der Rest ist aber, auch aus wissenschaftlicher Sicht, ein Märchen. Auf so ein Märchen kommen Leute, die Angst vor dem Verlust von Kollektiv und Gemeinschaft haben, weil sie auf Größe und Masse ihres „Volkes“ setzen, weil sie also Nationalisten und völkische Freaks sind.

Hinter dem Gerede vom „Volkstod“ steht die aggressive Angst vor „Überfremdung“, wie sie durch Populisten wie Thilo Sarrazin („Deutschland schafft sich ab“) geschürt wird. Das macht die Sache keinesfalls besser: Wer beklagt, dass es „zu wenige Deutsche“ gäbe, meint damit auch immer, dass ihn „zu viele Ausländer“ umgeben.

Insofern ist der „Volkstod“-Begriff auch rassistisch, denn er fordert die „rassische Reinheit“ der Bevölkerung, ein ethnisch definiertes „Volk“ eben, aus dem man „unnütze“ Menschen heraushalten, wegschließen oder rausschmeißen könnte. Anstelle einer offenen Gesellschaft wünschen sich Nazis eine geschlossene Brutgemeinschaft. Diesen Zwangsverband – der sich als nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ entpuppt – stellen sie sich als lebenden Organismus („Volk“) vor, den man hegen und pflegen müsse, weil er sonst „stirbt“.

Da ist auch klar, welche Rolle Nazis etwa „deutschen“ Frauen zuschieben: Sie sollen der „Nation“ neue Untertanen schenken, also allerhand „deutsche“ Kinder gebären und großziehen. Individuelle Entscheidungen – dass man keine Kinder will oder nur unter Bedingungen, die man selber bestimmt – zählen für die Nazis nicht. Wie ein nach wie vor beträchtlicher Teil der restlichen Bevölkerung schwärmen sie für Heim und Herd, über den der Mann – der „deutsche“ Mann! – gebietet.

Unser „Volkstod-Kondom“ wird das zwar nicht ändern und gegen weitere plärrende Ronnys und Mandys nicht viel ausrichten – aber es ist eine bewährte Möglichkeit, nicht leichtsinnig zum Teil der Brutgemeinschaft zu werden. Mit Deutschland und seinen FreundInnen geh’n wir nämlich nicht ins Bett!

Hier die PDF-Datei: klicken

Auch unsere FreundInnen von Feine Sahne Fischfilet verteilen sie und haben damit sehr viel Spaß. Ganz großes Danke dafür!